EU-weite Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel ab 2026: Was Hersteller wissen müssen

EU expected to set binding maximum limits for nutrients in supplements from 2026. Covers selenium, vitamin D, iron, and plant ingredients like fennel

Überblick

Ab 2026 plant die Europäische Union die Einführung verbindlicher Höchstmengen für Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. Diese Harmonisierung soll den bisher fragmentierten EU-Markt vereinheitlichen.

Hintergrund der Regulierung

Aktuelle Situation Derzeit gibt es keine EU-weiten Höchstmengen. Stattdessen: - **Nationale Empfehlungen** variieren stark zwischen Mitgliedstaaten - **Deutschland**: Überwiegend unverbindliche BfR-Empfehlungen - **Frankreich, Irland**: Teilweise abweichende Grenzwerte

Notwendigkeit der Harmonisierung - Verbraucherschutz verbessern - Binnenmarkt stärken - Rechtssicherheit für Hersteller schaffen

Betroffene Nährstoffe

Vitamine - **Vitamin A** und Beta-Carotin - **Vitamin D**: Besonders gesundheitskritisch - **Vitamin E** - **Vitamin B6** - **Folsäure**

Mineralstoffe - **Selen**: Enge Spanne zwischen Bedarf und Toxizität - **Mangan** - **Eisen**: Unterschiedliche Empfehlungen für verschiedene Gruppen - **Zink**

Pflanzliche Inhaltsstoffe - **Berberin** - **Garcinia/HCA** - **Fenchel**: EFSA-Sicherheitsbewertung liegt vor

Wissenschaftliche Grundlagen

EFSA-Bewertungen Die European Food Safety Authority hat umfassende Risikobewertungen durchgeführt: - **Tolerable Upper Intake Level (UL)**: Maximale sichere Tagesdosis - **Baseline Intake**: Durchschnittliche Aufnahme über die Nahrung - **Sicherheitsfaktor**: Berücksichtigung individueller Unterschiede

Beispiel Vitamin D - **UL**: 100 μg/Tag (4.000 IE) - **Baseline**: ~3-5 μg/Tag - **Mögliche Höchstmenge in NEM**: 50-75 μg/Tag

Auswirkungen auf die Praxis

Für Hersteller **Reformulierung erforderlich**: - Anpassung von Dosierungen - Neuberechnung von Tagesdosen - Aktualisierung der Kennzeichnung

Kosten: - Produktentwicklung - Zulassungsverfahren - Verpackungsänderungen - Mögliche Produktrücknahmen

Für Verbraucher **Vorteile**: - Einheitliche Sicherheitsstandards - Bessere Vergleichbarkeit - Reduziertes Risiko von Überdosierungen

Nachteile: - Möglicherweise niedrigere Dosierungen - Einige Produkte könnten vom Markt verschwinden

Übergangsfrist und Umsetzung

Zeitplan - **2026**: Verabschiedung der Verordnung - **2026-2027**: Übergangsfrist für Anpassungen - **2027/2028**: Vollständige Umsetzung

Altbestände - Verkauf bestehender Bestände während Übergangsfrist möglich - Klare Kennzeichnung erforderlich

Handlungsempfehlungen

Sofortmaßnahmen 1. **Produktportfolio analysieren**: Welche Produkte sind betroffen? 2. **Reformulierung planen**: Frühzeitige Anpassung an erwartete Grenzwerte 3. **Lieferanten informieren**: Rohstoffverfügbarkeit sicherstellen 4. **Rechtliche Beratung**: Compliance-Strategie entwickeln

Mittelfristige Strategie - **Innovation**: Neue Formulierungen entwickeln - **Kommunikation**: Verbraucher über Änderungen informieren - **Qualitätssicherung**: Analytik und Dokumentation optimieren

Internationale Perspektive

Vergleich mit anderen Märkten - **USA**: Keine gesetzlichen Höchstmengen, aber FDA-Überwachung - **Schweiz**: STRETTO III seit 2020 in Kraft - **UK**: Post-Brexit eigene Regelungen möglich

Fazit

Die EU-weiten Höchstmengen stellen einen wichtigen Schritt zur Harmonisierung des Binnenmarktes dar. Hersteller sollten sich frühzeitig vorbereiten, um Wettbewerbsvorteile zu sichern und Compliance-Risiken zu minimieren.

Quelle: https://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit/nahrungsergaenzungsmittel-eu-hoechstmenge-100.html

*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.