USA: Neues Bundesgesetz soll staatliche Verkaufsbeschränkungen für Nahrungsergänzungsmittel aufheben
Der Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act wurde am 4. Februar 2026 eingebracht, um die FDA-Autorität zu bekräftigen und staatliche Gesetze aufzuheben, die den Verkauf bestimmter Nahrungsergänzungsmittel an Minderjährige einschränken.
Der Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act wurde am 4. Februar 2026 vom Kongressabgeordneten Nick Langworthy eingebracht. Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Autorität der Food and Drug Administration (FDA) über Nahrungsergänzungsmittel landesweit zu bekräftigen und staatliche Gesetze aufzuheben, die den Verkauf bestimmter Produkte – insbesondere Gewichtsverlust- und Muskelaufbaupräparate – an Minderjährige einschränken.
Hintergrund: Der Flickenteppich staatlicher Regelungen
In den letzten Jahren haben mehrere US-Bundesstaaten eigene Gesetze erlassen, die den Verkauf bestimmter Nahrungsergänzungsmittel an Personen unter 18 Jahren einschränken oder verbieten:
Beispiele staatlicher Regelungen: - **New York** (seit April 2024): Altersverifikation für Gewichtsverlust- und Muskelaufbaupräparate erforderlich - **Kalifornien**: Ähnliche Beschränkungen in Diskussion - **Illinois**: Vorgeschlagene Altersbeschränkungen für bestimmte Kategorien - **Massachusetts**: Lokale Initiativen zur Verkaufsbeschränkung
Diese Gesetze wurden oft mit Bedenken über Essstörungen bei Jugendlichen begründet, stießen aber auf erheblichen Widerstand aus der Industrie.
Kernpunkte des neuen Bundesgesetzes
Der Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act verfolgt mehrere Hauptziele:
1. Bundesweite Einheitlichkeit - **Einheitlicher Standard**: Etablierung konsistenter, wissenschaftsbasierter Standards im ganzen Land - **Vermeidung von Verwirrung**: Beseitigung widersprüchlicher staatlicher Vorschriften - **Vereinfachte Compliance**: Reduzierung der Belastung für Hersteller und Händler
2. Bekräftigung der FDA-Autorität - **Zentrale Regulierung**: FDA als primäre Regulierungsbehörde für Nahrungsergänzungsmittel - **Wissenschaftliche Basis**: Entscheidungen basierend auf evidenzbasierten Risikobewertungen - **Nationale Sicherheitsstandards**: Einheitliche Sicherheitsanforderungen für alle Bundesstaaten
3. Aufhebung staatlicher Beschränkungen - **Preemption-Klausel**: Bundesrecht hat Vorrang vor staatlichen Gesetzen - **Rücknahme bestehender Gesetze**: Bereits erlassene staatliche Beschränkungen würden ungültig - **Verhinderung neuer Gesetze**: Staaten können keine neuen Altersbeschränkungen einführen
Unterstützung durch Branchenverbände
Das Gesetz wird von mehreren führenden Handelsorganisationen unterstützt:
Consumer Healthcare Products Association (CHPA) - Betont die Notwendigkeit einheitlicher nationaler Standards - Warnt vor dem "Flickenteppich" inkonsistenter Regelungen - Hebt die Belastung für kleine Unternehmen hervor
Natural Products Association (NPA) - Argumentiert, dass staatliche Gesetze wissenschaftlich nicht ausreichend begründet sind - Befürchtet Stigmatisierung sicherer Produkte - Sieht Innovation gefährdet
American Herbal Products Association (AHPA) - Unterstützt wissenschaftsbasierte Regulierung - Fordert Schutz für verantwortungsvolle Hersteller - Betont Bedeutung der FDA-Expertise
Council for Responsible Nutrition (CRN) - Hebt Verbraucherschutz durch einheitliche Standards hervor - Warnt vor unbeabsichtigten Konsequenzen staatlicher Gesetze - Unterstützt föderale Regulierung
Argumente der Befürworter
Für Verbraucher: 1. **Klarheit**: Einheitliche Regeln erleichtern informierte Entscheidungen 2. **Zugang**: Keine willkürlichen geografischen Beschränkungen 3. **Sicherheit**: FDA-Standards basieren auf umfassenden Daten
Für die Industrie: 1. **Kostenreduktion**: Keine Notwendigkeit für 50 verschiedene Compliance-Programme 2. **Planungssicherheit**: Klare, stabile Regulierungslandschaft 3. **Innovation**: Förderung von Forschung und Entwicklung
Für kleine Unternehmen: 1. **Wettbewerbsfähigkeit**: Gleiche Bedingungen wie große Konzerne 2. **Reduzierte Bürokratie**: Weniger administrative Belastung 3. **Marktzugang**: Einfacherer nationaler Vertrieb
Kritische Stimmen und Bedenken
Trotz breiter Industrieunterstützung gibt es auch kritische Perspektiven:
Gesundheitsexperten warnen: - **Essstörungen**: Jugendliche sind besonders anfällig für Körperbildstörungen - **Marketing-Einfluss**: Aggressive Werbung kann schädliches Verhalten fördern - **Präventiver Ansatz**: Staatliche Gesetze als wichtige Schutzmaßnahme
Verbraucherschutzorganisationen: - **Schwächung des Schutzes**: Bundesgesetz könnte strengere staatliche Standards untergraben - **Lobbying-Einfluss**: Sorge über Industrieeinfluss auf Gesetzgebung - **Wissenschaftliche Basis**: Forderung nach mehr Studien zu Jugendlichen
Staatliche Gesundheitsbehörden: - **Verlust lokaler Kontrolle**: Staaten können nicht mehr auf lokale Bedürfnisse reagieren - **Präzedenzfall**: Bedenken über Aushöhlung staatlicher Gesundheitskompetenzen
Rechtliche Herausforderungen
Bisherige Gerichtsverfahren haben gezeigt: - Bundesgerichte haben staatliche Autorität zur Verkaufsregulierung weitgehend bestätigt - CRN-Klagen gegen staatliche Gesetze waren größtenteils erfolglos - Verfassungsrechtliche Fragen zur Balance zwischen Bundes- und Staatsrechten bleiben offen
Internationale Perspektive
Im Vergleich zu anderen Ländern: - Europa: Strengere Regulierung, aber harmonisiert auf EU-Ebene - Kanada: Bundesweite Regelung durch Health Canada - Australien: Zentrale Regulierung durch TGA (Therapeutic Goods Administration)
Ausblick und nächste Schritte
Gesetzgebungsprozess: 1. **Ausschussberatungen**: Anhörungen in relevanten Kongressausschüssen 2. **Öffentliche Kommentierung**: Stakeholder können Stellungnahmen abgeben 3. **Abstimmungen**: Passage durch Repräsentantenhaus und Senat erforderlich 4. **Präsidentielle Zustimmung**: Unterzeichnung durch den Präsidenten
Zeitrahmen: - **Kurzfristig** (2026): Ausschussberatungen und Anhörungen - **Mittelfristig** (2026-2027): Mögliche Abstimmungen - **Langfristig**: Umsetzung und Auswirkungen auf bestehende staatliche Gesetze
Bedeutung für die Branche
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, hätte dies weitreichende Folgen:
Für Hersteller: - Vereinfachte Produktentwicklung und -kennzeichnung - Reduzierte Compliance-Kosten - Klarere Marktbedingungen
Für Händler: - Einheitliche Verkaufsrichtlinien - Keine Notwendigkeit für staatsspezifische Schulungen - Reduziertes rechtliches Risiko
Für Verbraucher: - Konsistente Produktverfügbarkeit - Einheitliche Informationen - Klare Sicherheitsstandards
Fazit
Der Dietary Supplement Regulatory Uniformity Act stellt einen bedeutenden Versuch dar, die fragmentierte Regulierungslandschaft für Nahrungsergänzungsmittel in den USA zu vereinheitlichen. Während die Industrie das Gesetz als notwendigen Schritt zur Schaffung eines kohärenten nationalen Rahmens begrüßt, bleiben Fragen zum Schutz vulnerabler Gruppen, insbesondere Jugendlicher, offen.
Die Debatte spiegelt die grundsätzliche Spannung zwischen bundesweiter Einheitlichkeit und staatlicher Autonomie wider – ein klassisches Thema des amerikanischen Föderalismus. Der Ausgang wird nicht nur die Zukunft der Nahrungsergänzungsmittel-Regulierung prägen, sondern könnte auch Präzedenzfälle für andere Bereiche der Gesundheitsregulierung schaffen.
Unabhängig vom Ergebnis ist klar, dass die Diskussion um angemessene Schutzmaßnahmen für Jugendliche und die Balance zwischen Marktzugang und Verbraucherschutz weitergehen wird.
*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.
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