BfR: Nutzen von Probiotika in Säuglingsnahrung wissenschaftlich nicht belegt
Das BfR kommt in seiner Stellungnahme 005/2026 zu dem Schluss, dass der gesundheitliche Zusatznutzen von Säuglingsnahrung mit zugesetzten Probiotika für gesunde, reifgeborene Säuglinge wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat am 3. Februar 2026 eine umfassende Stellungnahme (005/2026) zum Nutzen von Probiotika in Säuglingsnahrung veröffentlicht. Die Bewertung kommt zu einem klaren Ergebnis: Der gesundheitliche Zusatznutzen probiotikahaltiger Säuglingsnahrung ist für gesunde, reifgeborene Säuglinge wissenschaftlich nicht belegt.
Untersuchte Probiotika-Stämme
Das BfR hat verschiedene in Säuglingsnahrung eingesetzte Probiotika-Stämme untersucht:
- **Limosilactobacillus fermentum CECT 5716**
- **Limosilactobacillus reuteri DSM 17938**
- **Verschiedene Bifidobakterien-Mischungen**
Zentrale Ergebnisse der Bewertung
Fehlender Wirksamkeitsnachweis Obwohl einige Studien mögliche positive Effekte nahelegen, reichen die verfügbaren Daten nicht aus, um einen zuverlässigen Zusatznutzen zu bestätigen. Das BfR betont, dass Marketingaussagen nicht mit wissenschaftlichen Belegen verwechselt werden sollten.
Sicherheitsaspekte - Für gesunde Säuglinge wurden keine nachteiligen Effekte identifiziert - Bei Säuglingen mit geschwächtem Immunsystem ist die Datenlage unzureichend - Umfassendere Langzeitstudien sind erforderlich
Bedeutung für Eltern und Hersteller
Empfehlungen für Eltern - Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge - Probiotika-Zusätze bieten keinen nachgewiesenen Vorteil für gesunde Säuglinge - Bei Unsicherheiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden
Konsequenzen für Hersteller - Marketingaussagen müssen wissenschaftlich fundiert sein - Weitere klinische Studien sind notwendig - Transparenz bei Produktinformationen ist erforderlich
Wissenschaftlicher Hintergrund
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge verabreicht einen gesundheitlichen Nutzen haben sollen. In der Säuglingsernährung werden sie mit dem Ziel eingesetzt, die Darmflora positiv zu beeinflussen und das Immunsystem zu stärken.
Regulatorischer Kontext
Die BfR-Stellungnahme ist Teil der kontinuierlichen Bewertung von Zusatzstoffen in Säuglingsnahrung. Sie unterstreicht die Notwendigkeit evidenzbasierter Produktentwicklung und -vermarktung im sensiblen Bereich der Säuglingsernährung.
Fazit und Ausblick
Das BfR fordert weitere hochwertige, langfristige Studien, um die Sicherheit und den potenziellen Nutzen von Probiotika in Säuglingsnahrung abschließend bewerten zu können. Bis dahin sollten Eltern sich nicht von Marketingversprechen leiten lassen, sondern auf evidenzbasierte Empfehlungen vertrauen.
*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.
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