BfR warnt: Erhitzen von Sucralose über 120°C kann schädliche Substanzen bilden

Das BfR warnt in seiner Mitteilung 015/2026, dass das Erhitzen von Sucralose über 120°C zur Bildung schädlicher Substanzen führen kann. Dies hat wichtige Implikationen für die Verwendung des Süßstoffs beim Backen und Kochen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat am 26. Februar 2026 eine wichtige Warnung (Mitteilung 015/2026) veröffentlicht: Das Erhitzen von Sucralose über 120°C kann zur Bildung schädlicher Substanzen führen. Diese Erkenntnis hat erhebliche Auswirkungen auf die Verwendung dieses weit verbreiteten Süßstoffs.

Was ist Sucralose?

Sucralose ist ein künstlicher Süßstoff, der etwa 600-mal süßer als Zucker ist und in vielen kalorienreduzierten Lebensmitteln und Getränken verwendet wird. Er gilt bei normaler Verwendung als sicher und ist in der EU unter der E-Nummer E955 zugelassen.

Die Warnung des BfR im Detail

Kritische Temperaturgrenze Das BfR hat festgestellt, dass beim Erhitzen von Sucralose über 120°C chemische Veränderungen auftreten, die zur Bildung potenziell schädlicher Substanzen führen können.

Betroffene Anwendungen - **Backen**: Viele Backrezepte erfordern Temperaturen über 120°C - **Braten und Grillen**: Hohe Temperaturen beim Kochen - **Industrielle Lebensmittelverarbeitung**: Hitzebehandlung von Produkten

Gesundheitliche Implikationen

Mögliche Risiken - Bildung chlorierter Verbindungen - Potenzielle toxikologische Effekte - Unklare Langzeitwirkungen

Sichere Verwendung - Verwendung in kalten oder lauwarmen Speisen und Getränken - Keine Verwendung beim Backen oder Kochen bei hohen Temperaturen - Alternative Süßstoffe für hitzebeständige Anwendungen wählen

Empfehlungen für Verbraucher

Praktische Hinweise 1. **Beim Backen**: Auf hitzebeständige Alternativen wie Stevia oder Erythrit zurückgreifen 2. **Beim Kochen**: Sucralose erst nach dem Erhitzen hinzufügen 3. **Fertigprodukte**: Auf Produktinformationen achten

Alternative Süßstoffe - **Stevia**: Hitzebeständig bis etwa 200°C - **Erythrit**: Stabil bei hohen Temperaturen - **Aspartam**: Nicht hitzebeständig, ähnliche Einschränkungen wie Sucralose

Bedeutung für die Lebensmittelindustrie

Produktentwicklung - Überprüfung bestehender Rezepturen - Anpassung von Herstellungsprozessen - Entwicklung hitzebeständiger Alternativen

Kennzeichnungspflichten - Klare Hinweise auf Produktverpackungen - Warnungen vor Verwendung bei hohen Temperaturen - Transparente Verbraucherinformation

Regulatorischer Kontext

Diese Warnung des BfR ergänzt die laufende Neubewertung von Süßstoffen durch die EFSA. Erst im Februar 2026 hatte die EFSA die Sicherheit von Sucralose bei normaler Verwendung bestätigt, allerdings ohne spezifische Betrachtung der Hitzebeständigkeit.

Internationale Perspektive

Auch andere Lebensmittelsicherheitsbehörden weltweit untersuchen die thermische Stabilität von Süßstoffen. Die BfR-Warnung könnte zu ähnlichen Empfehlungen in anderen Ländern führen.

Fazit

Die BfR-Warnung unterstreicht die Notwendigkeit, Süßstoffe entsprechend ihrer Eigenschaften zu verwenden. Verbraucher sollten Sucralose nicht zum Backen oder Kochen bei hohen Temperaturen verwenden und stattdessen auf hitzebeständige Alternativen zurückgreifen.

*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.