Functional Food Claims: Regulierung unter verschärfter Beobachtung

Die Regulierung von Claims für funktionelle Lebensmittel steht unter zunehmender Beobachtung. Besonders Aussagen zu Mikroorganismen und Botanicals bleiben problematisch.

# Functional Food Claims: Regulierung unter verschärfter Beobachtung

Die Regulierung gesundheitsbezogener Angaben für funktionelle Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel bleibt ein Brennpunkt in der EU. Trotz jahrelanger Bemühungen um Harmonisierung bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen.

Hintergrund

Funktionelle Lebensmittel versprechen über die reine Ernährung hinausgehende gesundheitliche Vorteile. Die Kommunikation dieser Vorteile unterliegt jedoch strengen regulatorischen Anforderungen. Die EU-Health-Claims-Verordnung soll sicherstellen, dass alle Aussagen wissenschaftlich fundiert sind. In der Praxis zeigen sich jedoch erhebliche Lücken und Inkonsistenzen.

Kernaussagen

  • **Mikroorganismen-Claims**: Viele EFSA-Bewertungen für Probiotika und andere Mikroorganismen fallen negativ aus
  • **Botanicals im Limbo**: Pflanzliche Inhaltsstoffe befinden sich in regulatorischer Unsicherheit
  • **Begriffsbeschränkungen**: Verwendung von "Probiotikum" und "Präbiotikum" als indirekte Health Claims eingeschränkt
  • **Verbraucheraufklärung erschwert**: Strikte Regulierung behindert Kommunikation potenzieller Vorteile
  • **Nationale Unterschiede**: Uneinheitliche Durchsetzung in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten

Auswirkungen für Hersteller

Die regulatorische Unsicherheit hat weitreichende Konsequenzen:

  • **Produktentwicklung**: Schwierigkeiten bei der Entwicklung und Vermarktung innovativer funktioneller Produkte
  • **Marketingbeschränkungen**: Eingeschränkte Möglichkeiten, Produktvorteile zu kommunizieren
  • **Wettbewerbsnachteile**: Produkte aus Drittländern können unter Umständen freier beworben werden
  • **Investitionsunsicherheit**: Hohe Kosten für Studien ohne Garantie auf Claim-Zulassung
  • **Verbraucherverwirrung**: Konsumenten verstehen oft nicht, warum bestimmte Aussagen nicht gemacht werden dürfen

Besonders betroffen sind: - Probiotika-Hersteller (Begriff "Probiotikum" problematisch) - Botanical-Produkte (keine klare Regelung) - CBD-Produkte (sehr restriktive Anforderungen) - Innovative Inhaltsstoffe (lange Zulassungsverfahren)

Handlungsempfehlungen

  • Fokussieren Sie auf zugelassene Health Claims, die für Ihre Inhaltsstoffe verfügbar sind
  • Nutzen Sie alternative Kommunikationsstrategien (z.B. Aufklärung über Inhaltsstoffe ohne direkte Health Claims)
  • Investieren Sie in hochwertige wissenschaftliche Studien für neue Claim-Anträge
  • Beobachten Sie regulatorische Entwicklungen in allen Zielmärkten
  • Arbeiten Sie mit Branchenverbänden zusammen, um auf regulatorische Verbesserungen hinzuwirken
  • Prüfen Sie Möglichkeiten der Verbraucheraufklärung außerhalb der Produktverpackung (z.B. Websites, Broschüren)
  • Dokumentieren Sie alle wissenschaftlichen Belege für Ihre Produkte sorgfältig
  • Konsultieren Sie Regulatory Affairs Experten vor Produkteinführungen
  • Erwägen Sie Struktur-Funktions-Claims als Alternative zu Health Claims

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Für spezifische rechtliche Fragen konsultieren Sie bitte einen Fachanwalt für Lebensmittelrecht.

Quelle: [Food Navigator - Functional Food Claims Regulation](https://www.foodnavigator.com/Article/2025/10/27/functional-food-claims-regulation/)

*Hinweis: Diese Zusammenfassung dient Informationszwecken. Die dargestellten Studienergebnisse sind keine zugelassenen Health Claims. Für detaillierte Informationen konsultieren Sie bitte die Originalquelle.